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Leitbild    

Wer wir sind
Wir sind ein offener Zusammenschluss von Pflanzenzüchtern, die auf Grundlage der Anthroposophie und der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise Kulturpflanzen für den Ökologischen Landbau züchten.

Was wir wollen
Wir wollen die Erfahrungen, die wir mit den Kulturpflanzen in der züchterischen Arbeit machen, austauschen und unterschiedliche Sichtweisen erörtern. Auf dieser Grundlage sollen gemeinsame Positionen erarbeitet und dieses Leitbild weiterentwickelt werden, wobei auch individuelle Ansätze zu berücksichtigen sind.

Vision
Der Mensch ist aus unserer Sicht insbesondere auch ein geistiges Wesen, welches mit seinem höheren Selbst Verbindung aufnehmen und sein Handeln daraus impulsieren kann.
Die Nahrungspflanze vermittelt dem Menschen in der Ernährung die Grundlage für seine Denk-, Empfindungs- und Willenstätigkeit.
Dies wollen wir durch die Züchtung von entsprechenden Nahrungspflanzen unterstützen und damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Mensch, Kulturpflanze und Erde leisten.
Saatgut ist mehr als ein reines Produktionsmittel. Als Kulturarten und Sorten ist es zugleich ein unveräußerbares Kulturgut. Für die Pflege dieses Kulturgutes sind verbindliche Regelungen erforderlich.

Ziele
Wir wollen Sorten für eine menschengemäße Ernährung züchten.
Wir streben eine standortbezogene Züchtung an. Damit fördern wir regionale Vielfalt.
Wir wollen nach biologisch-dynamischen Gesichtspunkten Sorten für die Bedingungen des Ökologischen Landbaus züchten.
Unter “züchterischem Eingriff in die Pflanze" verstehen wir jede Selektionsentscheidung und Schaffung von Variation durch Kreuzung und Umweltgestaltung.
Wir wollen einer gemeinschaftlichen Entwicklung von Mensch, Erde und Pflanze Raum geben.

Die Pflanze
Die Pflanze ist ein Lebewesen, das Himmel und Erde in seinem Dasein verbindet.
Irdische Stoffe werden im Pflanzenwachstum durch kosmische Kräfte - modifiziert vom irdischen Umkreis - gestaltet und verwandelt.
Die Pflanze richtet sich vom Erdmittelpunkt aus auf und nimmt Bezug zur Umwelt, aus der sie ihr Leben aufbaut. Sie bildet die Grundlage für das höhere Leben auf der Erde.

Nahrungsqualität
Die Art und Weise, wie Pflanzen wachsen und reifen, bildet die Nahrungsqualität.
In der Verdauung werden die Bildekräfte aus der Pflanzensubstanz für den aufnehmenden Organismus frei.

 

Auf diese Weise stehen sie dem Menschen für seine körperliche, seelische und geistige Entwicklung zu Verfügung. Wir gehen von einem Menschenbild aus, demzufolge der Mensch sich zukünftig vermehrt zu geistiger und spiritueller Betätigung entschließt.
Die charakterisierte Nahrungsqualität hängt nicht nur von den Anbaubedingungen, sondern wesentlich auch von der Züchtung ab, in der die Pflanze als Ganzes gestaltet wird und eine Ausrichtung auf die regionalen Anbaubedingungen erfährt.

Züchtungsmethodik
Ziel der angewandten Züchtungsmethoden ist die Erhaltung und Stärkung des Lebenskräfte-Organismus der Pflanze durch Diversifizierung und regionale Anpassung.
Methoden, welche die Kräfteorganisation der Pflanze nachhaltig schwächen oder schädigen, werden abgelehnt.
Als Züchtungsmethoden nutzen wir die Selektion aus der sich bildenden Vielfalt, die klassische Kreuzungszüchtung und Methoden, die aus den Grundlagen der Biologisch-Dynamischen Landwirtschaft entwickelt wurden.
Grundlagen für diese Züchtungsmethoden bilden substanzielle Vergleiche, morphologische Analysen auf der Basis phänomenologisch-vergleichender Betrachtung und imaginatives Anschauen der Pflanze.
Diese Fähigkeiten können vom Züchter nur in Eigeninitiative entwickelt werden.
Züchtungsmethoden haben Auswirkungen auf das Verhältnis zum sozialen Umfeld. Die Sorten müssen nachbaufähig sein. Die Nachbaufähigkeit erfordert für die Weiterentwicklung der Züchtung verbindliche Nachbauregelungen.

Sozialität nach innen
Grundlage unserer Zusammenarbeit bildet die gegenseitige Anerkennung der individuellen Vorgehensweise.
Das Interesse an dem Tun des Anderen ermöglicht erst die Zusammenarbeit, durch welche die Ziele besser erreicht werden.
Der Einzelne kann seine Ideen, Meinungen und Tätigkeiten nach seinen persönlichen Möglichkeiten offenbaren. Die sich daraus ergebende Beurteilung und deren Wahrnehmung durch den Beurteilten verbindet das Individuelle mit dem Gemeinsamen.

Der Schritt in den sozialen Zusammenhang
Wir streben unsere Ziele in der Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit ähnlich gerichteten gesellschaftlichen Kräften und deren Vertretern an; mit Ärzten und Wissenschaftlern, Konsumenten, Erzeugern und Verarbeitern.
Das bedeutet, dass die im Züchtungsgang angewandten Methoden und die Arbeitsteilung von der Züchtung bis zum Endprodukt transparent werden.